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Rattarium  

Die alte Frau und das Nøkk

12. August 2022

Neunzeiler für eine Ausschreibung (Queer Merfolk)

CN: Anspielung auf Ertrinken/Eintauchen in Mind-Space

Die alte Frau und das Nøkk

Es war ein Mittwoch als ich ertrank
Mich in deinen Armen verlor
Freiwillig tiefer und tiefer ich sank
Schon hört‘ ich der sapphischen Meerwesen Chor
Doch was da drang an mein lauschendes Ohr
Verborgen im Meeresschaum-Rauschen der See
Weit hinter den Gärten der Nixen und Rusalkas Tor
Klang nicht wie Lamento und Weh
Es war lieblicher Liebes-Gesang meiner Sirene und Fee

Geschützt: Hasen im Weltall

19. Juli 2022

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Ein Riss im Universum

4. Juli 2022

Ausschreibungstext für eine Anthologie-Trilogie

Personen: Palu (sey, ser, sem)
Mandy (sie, ihr)
Fips (er, ihm)
Akbar (er, ihm)

Die Lautlosigkeit, mit der das Universum auseinanderbrach, war wie ein Schrei im Weltenraum zwischen zwei Planeten. Unerhört, ungehört. Und doch riss vor ihrer aller Augen der Himmel auseinander, jeden Tag ein Stück mehr.
Palu hastete im rötlichen Schein des klaffenden Spaltes durch die Schatten der engen Gassen, bemüht, den plündernden Horden auszuweichen. Den Blick hielt Palu gesenkt, als würde sey dadurch unsichtbar für das Chaos, die Randale und die Feuer um sem herum werden. Lange bevor überhaupt feststand, was der Riss war, oder ob es wirklich das Ende der Welt sein könnte, war die Zivilisation auseinandergebrochen. War abgeplatzt von der Menschlichkeit wie der Lack der in den Straßen verrottenden Autos. Wer konnte, nahm sich, was noch da war. Leben wurde zum Überleben. Die Bestie Mensch war entfesselt.
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Das Dampfbein schwingen – Rezensionen

28. Mai 2022

Ein Anthologie-Review mit meiner persönlichen Punktevergabe (Höchstzahl 6 Punkte).
Die Punkte sind nach Gefühl vergeben, sie haben nicht wirklich etwas mit dem Können der Autor_innen zu tun, sondern rein nach meinen Gedanken, die ich beim Lesen dazu hatte.

Die Kurzgeschichten sind einzelnen Begriffen zugeordnet, etwa Atemtakte, Tempo, Ferne, Nebel, Freiheitslieder etc. Sehr charmant. Allen gemeinsam ist das Grundthema Musik in einer Fantasy/Steampunk-Welt. Die Anthologie ist 2/2021 im Verlag ohne ohren erschienen.

Nachfolgend die einzelnen Kurzgeschichten, meine zwei Sätze dazu (manchmal mehr) und meine intuitiv vergebene Punktezahl.
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Das Kind im Glashaus

25. Mai 2022

Ein trauriger Kurztext

CN zum Inhalt: Einsamkeit, Isolation, Tod

Hier das Kind, da draußen die Welt. Die Welt, das ist auch die Familie. So weit entfernt, wie das Außerhalb. So fremd wie die Fremden da draußen hinter den undurchdringlichen Glasscheiben. Auch wenn die kleinen Fäuste gegen die Scheiben hämmern, vergebens. Es wird immer übersehen. Das Kind ist allein. Fest drückt es das zerliebte Stofftier an sich. Es ist der einzige körperliche Kontakt, den es erfährt.

Doch da ist Sehnsucht, die Ferne lockt, Entfernen-wollen vom Gewicht des Nichtseins, hin zum Anfassen, Menschen spüren, gehört werden, geliebt werden. Lange bleibt der Wunsch nach Kontakt unerfüllt, bis es eskaliert. Bis es endlich, unfassbar, körperlich wird. Anonym, hastig, auf Wesentliches beschränkt. Es ist nicht richtig, nicht das, was wahrhaft gebraucht wird, aber das weiß das Kind nicht, auch wenn es nun erwachsen ist und verzweifelt danach sucht. Etwas Wesentliches fehlt, doch das Kind weiß nicht, was.

Zugleich versteinern die unerfüllten Wünsche, es wird zu viel, ist allmählich zur zweiten Natur geworden, Glasbausteine aus Angst und Zweifel: Das Glashaus, das andere auf Abstand hält, genährt aus Ekel, Gleichgültigkeit und Desinteresse der Welt. Es wächst nach innen, wird immer enger. Kein Wesen hat das Kind in all den Jahren je im Arm gehalten, liebevoll gestreichelt oder Zärtliches ins Ohr geraunt. Dieses seltsame Menschlein hinter der durchsichtigen Barriere, die das Kind unsichtbar macht und hinter die kaum jemand schaut, hat am Ende vergessen zu kämpfen.

Das Rundherum-Fenster ist noch immer da, doch das Glas ist gesprungen, trüb geworden. Bald schließt sich der letzte Fensterladen, für immer.

Liebevoll wäscht der Mensch im Bestattungshaus jene nie berührten Hautpartien, runzelige Arme, das verlebte Gesicht und sorgfältig jeden der gichtigen Finger, streicht sachte über graues Haar. Das Glas ist vergangen, mit jenem Kind.
Zu spät.

Landkarten und Drachen-Rezi

30. April 2022

Hic sunt dracones heißt die Anthologie mit 33 fantastischen Kurzgeschichten (und einem Essay), erschienen bei den Münchner Schreiberlingen.

Meine persönlichen Anmerkungen zu den einzelnen Geschichten, teils sehr „picky“. Mir haben die ersten Geschichten, die mit Drachenanteil gut gefallen, im zweiten Teil dünnen sich die Drachenvorkommnisse leider aus.
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Geschützt: 30-Pralinen

30. April 2022

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29 Indigo

29. April 2022

29 Finger #AprilKink #Spielerisch #KiánKinky.
Indigo
CN: Nacktheit, Bodypainting,
Positive Tags: Kunst
Personen: Mein liebstes Polykül im AprilKink: Ruben (er), Ivor (er), Dres (er)

Ruben schaute skeptisch auf Ivor, der sich im Spiegel besah, während Dres mit einem breiten Pinsel indigoblaue Farbe auf dessen nackten Körper strich. Dann wandte er sich an Dres. »Aber das ist ja nur eine einzige Farbe? Ich dachte, Bodypainting sei etwas mit mehr Bunt, mehr, äh, bilderlich?«
Dres sah beinahe so aus, als würde er nur mit Mühe ein genervtes Augenrollen unterdrücken. Doch seine Stimme klang freundlich und verbindlich, als er Ruben antwortete: »Also erstens bin ich noch nicht fertig und zweitens hätten wir gerne Tee.« Ivor nickte zustimmend. Zweifelnd verließ Ruben den Raum.
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Geschützt: 28 Osterbaum

28. April 2022

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27 Komet

27. April 2022

27 Freunde (friends with benefits) #AprilKink #Spielerisch #KiánKinky.
CN: –
Tags: Kein Sex, Polykül (erwähnt), Neopronomen.
Personen: Sina (ve/ver/vis/vis), Renee (?)

»Hallo, ist der Platz neben ihnen frei?«

Sina schaute irritiert auf. Neben vis saß doch niemensch. Wie sollte ve auf eine solche Frage angemessen antworten?

Die Person fügte hinzu: »Natürlich kann ich sehen, dass jetzt dort niemand sitzt. Ich meine, fahren Sie in Begleitung, erwarten Sie noch jemanden?«

Ah, so herum war es verständlich. »Nein«, sagte Sina, »setzen Sie sich ruhig.« Bereitwillig zog ve die Füße ein und ließ die Person an sich vorbei auf den Fensterplatz. Der Zug ruckte an und verließ schneller werdend den Bahnhof.
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