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Rattarium  

Unwritten Story

16. Juni 2020

Eine blonde Frau läuft durch den Regen, sie sieht zu einem schwarzen Bus hinüber, von rechts oben fliegt ein Rabe heran. Stand 27. Juni: ich habe mal eine PDF-Version gebastelt von UnwrittenStory-PDF
(Dateigröße: 201.7 kB – zuletzt aktualisiert am 01-07-2020.).
(Nachtrag, die PDF ist nun auch wieder aktuell!)

Nachtrag: Wer sich diese Geschichte lieber anhören möchte, darf sich nachfolgend das Hörbuch als Zip-Datei herunterladen.
Download: UnwrittenStory-Hörbuch
(Dateigröße: 81 MB – zuletzt aktualisiert am 07-07-2020.)

Vorwort: Da ich nun schon öfter auf Unmut gestoßen bin (in meiner Twitterbubble), dass es wenig queere Protas in Fantasy gäbe, möchte ich mich darin versuchen. Da ich eigentlich keinen blassen Schimmer habe, wovon ich hier schreibe, da nicht own-voice, werde ich darauf angewiesen sein, den Inhalt durch ein Sensitivity reading absichern zu lassen.
Auch das Ende ist mir noch völlig unklar und vor allem die Handlung, die dorthin führt – das erschließt sich mir nach und nach erst beim Schreiben.
Doch hätte ich nicht einfach angefangen, würde ich wohl immer noch über dem Plot grübeln.

Über den Roman

Eyna ist mollig, kurzsichtig, blond und ziemlich queer.
Eigentlich hatte sie keine Lust zu diesem Klassentreffen zu gehen, sie wollte lieber an ihrem ungeschriebenen Roman schreiben. Aber andererseits hatte ihr Jugendschwarm Josh zu dem Treffen eingeladen. Es interessierte sie, ob er sich sehr verändert hatte seit der Schulzeit. Wie sehr, damit hatte sie dann doch nicht gerechnet.
Wer sind die geheimnisvollen Gestalten, die sie zu verfolgen scheinen? Und was wollen die sprechenden Vögel von ihr?

Eine kurzweilige Geschichte, humorvoll, selbstironisch und sehr erotisch mit einem Schuss Magie, einer Prise Gefahr – und viel Liebe.

Warnung vor Inhalten (CN)

Queer (Genderwechsel, Lesbische Liebe), Sexszenen (zart angedeutete und deutlichere), Narben, Unfall, Beziehungsstreit, Naturphänomene, Magie, Schwangerschaft, Fehlgeburt, Verfolgung, Explosion, gefesselt sein, betäubt, hilflos, Krankenhaus, #food.

Kapitel-Übersicht ▼

1. Leerlauf
2. Eingeladen
3. Klassentreffen
4. Rosen und Narzissten
5. Hemmungen
6. Wasser und Spiele
7. Regenfrau
8. Flucht
9. Laborratte
10. Wassergeister
11. Epilog
12. Epilog 2

1. Leerlauf

Ohne eine zündende Idee für den Plot schaute Eyna auf die unbeschriebene geöffnete Seite in ihrem Schreibprogramm. Sie hatte einen leicht grauen, augenschonenden Hintergrund gewählt und gut lesbare, serifenfreie Schrift, falls sie je etwas schreiben sollte – mehr als das jedenfalls, was sie bisher notiert hatte. Nein, sie war nicht gänzlich leer, diese Seite, immerhin stand schon ihr Name dort: „geschrieben von“ Eyna Wilke, und der Arbeitstitel der Kurzgeschichte, die sie schreiben wollte: Unwritten Story. Oder würde es ein Roman werden… und worüber eigentlich und welches Genre, SF, Fantasy, Romanze? Sollte sie LGBT-Charaktere hineinschreiben, was würde sie sich zutrauen?

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Tanz der Gefühle

7. Juni 2020

(ein Liebesgedicht)
Das Gras ist grüner
Die Sonne scheint wärmer
Der Regen streichelt die Haut,
als wären es deine Hände.
Schwerkraft setzt aus.
Nur die Luft, die ich zum Atmen brauche,
die bleibt kurz weg
weil es so sehr das Herz zusammenzieht
mit Gefühl – so viel Gefühl.
Ich bin die Motte, du bist das Licht,
du spielst mit mir
wie ein Laserpunkt, der Katzen zum fangen reizt.
Ich schnurre.

Ohne Titel

6. Juni 2020

Ich lese
Ich fühle den Schmerz
bei jedem weiteren Tweet
Ich weine
So. viel. Leid.
Aber hier geht es nicht um mich!
Doch ich höre zu, ich sehe. Finally.
Auch wenn es weh tut.
Es ist nichts (!) im Vergleich zu dem
was ihr täglich erlebt.

so sorry

Chamsin

6. Juni 2020

Jamal war ein Kamel. Nicht irgendein Kamel, nein. Er war das Lieblingstier von Hamida. Und er konnte sprechen. Jedoch nur Hamida wusste davon. Waren andere Menschen in der Nähe, verstummte er und schien beinahe ein Kamel zu sein, wie alle anderen.

Hamida besaß eine kleine Herde und ein wenig Zauberkraft. Sie liebte alle Tiere darin – aber Jamal liebte sie besonders. Sie hatte ihn als Geschenk von ihrem Vater erhalten, als Jamal noch ein kleiner Kamelhengst war und gerade von der Milch seiner Mutter entwöhnt. Hamida hatte ihn täglich gebürstet, ihm heimlich Datteln zu essen gegeben, die er sehr liebte, und sie hatte ihm jeden Abend ein Märchen erzählt, damit er einschlafen konnte. Er schlief nämlich am Fußende ihres Bettes. Zumindest, solange er klein war. Nun nächtigte er auf einem großen weichen Kissen gleich neben ihrem Bett.

Jeden Morgen wurde er von Hamida prächtig aufgezäumt. Er meinte zwar jedes mal, er sei nicht eitel und dass es doch gar nicht nötig wäre, aber insgeheim bewunderte er sich mit diesem kostbaren Zaumzeug schon sehr, wenn er sein Spiegelbild in den reflektierenden Kacheln betrachtete. Tagsüber wanderte er frei in ihrem großen Haus umher, wie er mochte oder er spazierte mit ihr durch die weitläufigen Gärten, wobei sie sich angeregt unterhielten.

„Wünschst du dir, ein Mensch zu sein?“, fragte Hamida.
Jamal überlegte eine Weile, dann schüttelte er sein Haupt.
„Ich mag mich, wie ich bin. Und du“, fragte er zurück, „möchtest du ein Kamel sein?“
Hamida war ein wenig sehr verblüfft. Darüber hatte sie noch nie nachgedacht. Sie bewunderte Jamals lange Beine, die samtweichen Lippen, das flauschige Fell und die verträumt wirkenden Augen mit den langen Wimpern. Er war schön.
„Vielleicht für eine kleine Weile“, meinte sie dann ehrlich. „Wir würden gemeinsam über den Sand der Wüste jagen, schnell, wie der Chamsin, der heiße Wind, bis zur Küste hinunter und das Meer sehen. Als Mensch würde ich den langen Weg nie schaffen.“

Jamal sah sie aufmerksam an, und obwohl er um so vieles größer war, als sie, war es doch kein auf sie Herabschauen, wie es seiner Art nachgesagt wurde.
Er sagte leise:“Ich würde dich auf meinem Rücken tragen, bis ans Ende der Welt, mein Herz, und du wärest mir kein Gewicht, sondern ein Teil von mir.“

Hamida sah ernst hinauf in sein pelziges, ehrliches Gesicht und legte ihre Hand an seinen Hals.
„Wann brechen wir auf?“ fragte sie.

– – –

Diese kleine Geschichte ist – wie so viele – auf Twitter entstanden, weil @KGemuese ein wunderschönes Bild mit uns teilte, das eine Frau und ein Kamel zeigt. Und fragte, ob jemand dazu eine Story klöppeln wolle. Das Bild berührt mich sehr. Ja, ich wollte.
Damit war der Keim für diese Idee gesponnen und hier habe ich sie nun aufgeschrieben – als Hommage an die Geschichten aus Tausend und einer Nacht, die mir die Kindheit versüßten.

Ein ganz großer Wurf

22. Mai 2020

Story als Hörbuch

Kapitelüberschriften

Text: Ein sexy Millionär in tödlicher Gefahr. Sie müssen sich entscheiden, Ladies! Wollen Sie mich retten?, das ist die Beschreibung des gefährlichen Badboys Chris im Datingportal. Widerlich. May ist blind, und weiß doch nur zu gut, was sein 'sexy' Auftreten bewirkt. Die Beziehung mit Chris war toxisch und hatte dramatische Folgen, bis heute. Doch das weiß die Nachbarin Elena nicht, ein ganz normales Mädchen, die für den mysteriösen Fremden schwärmen wird, ihm all ihre alten Familiengeheimnisse anvertrauen wird, sich für ihn aufgeben wird, wie May vor ihr. Doch dann kommt alles ganz anders. Elena ist eine starke Frau, die weiß, was sie will - May. Und auf einmal ist das Leben des Badboys auf den Kopf gestellt. Als Aufarbeitungsstrategie planen sie ihm 'Das Kapital' an den Kopf zu werfen - mehrfach. Werden sie es schaffen?  'Ein ganz großer Wurf!' - Irgendein Kritiker  'Ein großartiges Buch, gute Wahl!' - Irgendein Prominenter  'Lesen Sie dieses Buch!' - Irgendeine Zeitung.

  1. Brot und Salz
  2. Flashback
  3. Peitsche und Zuckerguss
  4. Das Kapital
  5. Das Ende ist ein Neuanfang
  6. Warnungen zum Inhalt (CN), über diese Story, Nachtrag, Danksagung.

May hatte ihren Blindenstock bereits unten an der Haustür zusammen geklappt – sie brauchte ihn in der vertrauten Umgebung nicht. Eigentlich brauchte sie ihn ohnehin nur selten, sie war nicht völlig blind, konnte allerdings nur schwer Dinge erkennen, die weiter weg waren. Und weiter weg bedeutete in ihrem Fall: weiter als 30 Zentimeter. Es ersparte jedoch im Umgang mit unbekannten Personen so viel an Diskussion und Erklärungen, wenn diese davon ausgingen, dass ihr das Etikett „Komplett Blind“ anhaftete.

Gewohnt forsch schritt sie die Treppe zu ihrer Wohnung im ersten Stock empor, auch wenn ihre Augen vom Wechsel der Helligkeit draußen und dem dämmerigen Treppenhaus nun einige Zeit brauchen würden, um sich umzustellen.
Unten an der Tür rief jemand „Achtung!“ Im Gehen schaute sie sich unwillkürlich um und fragte sich, ob sie gemeint war. Der Umzugskarton stand mitten im Hausflur. Sie blieb mit dem Fuß an der Kiste hängen, die sie sonst bemerkt hätte. Der gefaltete Langstock, den die bis eben in der Hand gehalten hatte, fiel dabei klappernd zu Boden. Sie stolperte einer Person regelrecht in die Arme und wurde so vor einem Sturz bewahrt. „Oh, riecht dieser Mensch interessant“, dachte May – völlig unpassend für diese Situation.
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Imago

20. Mai 2020

Inhalt, Warnung:
Nacktheit, Erotik, Dystopische Zustände, Einsamkeit, Psychose, Erscheinungen, Naturgewalten (Tsunami, Monsun, Erdrutsch), Science fiction.

Die Kapitel als Hörbuch

1. Der Fremde
2. Ten Years After
3. Das Jahr Null
4. Heute
5. Schattenzonen
6. Oder hier die Datei mit 5 Kapiteln komplett als mp3 herunterladen.

Der Fremde

Eine Insel im Südmeer, mittels Photo-Programm in Goldtöne verfremdet. Es mochte an einem Dienstagabend gewesen sein, vielleicht war es auch ein Mittwoch, als sie seine Präsenz zum ersten Mal spürte. Es hatte sich seltsam vertraut angefühlt.
Sie hatte allein auf dem riesigen Bett gelegen, in der Hütte am Hang oberhalb des Strandes und hatte zwischen ihren angewinkelten Beinen hindurch auf das Meer hinaus gesehen. Sie mochte es, dort zu liegen, die Hände hinter dem Kopf verschränkt, das schwindende Licht beobachtend, nichts weiter zu tun, als nur zu schauen, bis ihr die Augen zufielen. Es gab dort draußen nichts Besonderes zu sehen, keine Schiffe, keine Flugzeuge, nichts, seit Langem nicht mehr. Nur in diesen seltenen Momenten ließ sie für sich das Gefühl der Einsamkeit zu.
Sie hatte nun genug geschaut und die Augen geschlossen – der Tag war lang gewesen – und lag ganz entspannt. Es war ein Zustand kurz vor dem Abgleiten in den Schlaf, halb wach und halb wie in Trance.

Und dann merkte sie im Halbschlaf, dass jemand mit ihr auf dem Bett war. Ein warmer Körper streifte innen an ihren Beinen entlang, schob sich behutsam über sie und es war angenehm prickelnd und erregend. Sie fühlte ihn sich weiter nähern, fühlte, wie seine Hände sich abwechselnd neben ihre Hüften stemmten, fühlte die Hitze seines Körpers, fühlte die Haut, die über die Innenseiten ihrer Schenkel strich, fühlte ihren eigenen Körper, der auf das alles mit Verlangen und ungezügelter Lust reagierte. Warum kam er nicht näher? Sie hob sich ihm entgegen, wollte sie die Beine um seine Mitte schlingen, wollte… Es war perfekt.
Und dann war da plötzlich nur noch ein Gefühl von Abwesenheit und Leere, als sich schlagartig ihr Verstand zurückmeldete. Diese kleine leise Stimme im Hinterkopf, die die ganze Zeit ungehört tief unten in ihrem Wachbewusstsein geschrien hatte, das dies hier alles gerade völlig unmöglich passieren könne.

Erschrocken hatte sie die Augen aufgerissen. Es war niemand außer ihr im Raum. Aber das surreale Gefühl, eben noch Haut an Haut eine Person gespürt zu haben, hielt einen vagen Augenblick länger an. Die Wärme des fremden Körpers, die noch einen Moment wie ein haptischer Nachhall auf ihr gelegen hatte, verging wie ein sommerlicher Lufthauch.
Und dann hatte ein brennendes Verlustgefühl eingesetzt, das noch bizarrer war, als die vermeintliche Anwesenheit eines anderen Körpers zuvor. Nie wieder würde sie jemand in den Arm nehmen. Nie wieder. Sie weinte.
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Dunkeltier

13. Mai 2020

Dunkle Wasser und ein dunkles Wesen mit großen Augen, Ohren und Mund.
Zur Hörfassung des Gedichts Dunkeltier

Das Dunkeltier
es lebt in mir
ganz tief, verborgen
angekettet, eingeschlossen
und doch immer Teil von mir.

Nur manchmal
wenn ich müde bin
dann bricht es aus dem Kerker aus
frisst gierig meine Aura, es sabbert Angst und Zweifel
sein Gift, es lähmt, und es macht furchtbar wütend.

Es blinzelt
denn ihm / uns ist alles nun zu grell
ein jeder Ton ist jetzt zu laut,
das Außen schnürt die Luft ab, schlingt Ketten um uns beide
andere Menschen? zu viel Nähe, zu viel Unruhe. Viel zu Viel.
Flucht! schreit es. Wir… können nicht… entkommen…

Wir ringen still
verzweifelt
rotierend
suchend
bis wir uns gemeinsam erschöpft in den Armen liegen
beide besiegt. Schlaf ein, mein Lieb, schlaf ein.

Audioversion

Länge 1:10 Minuten. Größe: Etwa 1,62 Mbyte.

Geschützt: Bis aufs Blut

2. Mai 2020

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Land- und Forst

25. April 2020

Bunte Blumen auf einem Acker

Blumenwiese

Und wieder haben wir ein viel zu trockenes Wetter, eine dramatische Entwicklung, die sich seit Jahren abzeichnet.

Es könnte in unseren Breiten ein dringend nötiges Umdenken einleiten. Es hätte eine Menge positiver Auswirkungen, die ich nachfolgend anmerken werde.

Wird in diesen Tagen der Acker gepflügt, dann gibt es mächtige Staubwolken. Bei starkem Wind wird der Ackerstaub auch bis über die Landstraßen gefegt.

Kein Strauch hält dieses Treiben auf – es sind keine Hecken mehr da.

Das Klima wird immer trockener, somit auch die Böden, Erosion droht, die Wälder sterben – nicht nur an Trockenheit, es breiten sich Krankheiten aus.

Wir können so nicht mehr weiter machen!
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Was wäre wenn

24. April 2020

zur AudioVersion des Gedichts auf dieser Seite springen.
ein felliges Wesen, Zeichnung
Was wäre wenn – anstelle des zarten Flaums
der meine weiße Haut bedeckt
ein dichter Pelz erwüchse
an allen Stellen
starker Flausch, in Dunkelwolle.
Würdest du mich kraulen wollen?

Locken, die hüftlang aus den Achseln hingen
Schamhaar ringelnd, bis zum Knie.
Das Haupthaar wuchernd, wie eine Korona
die Hals und Nacken schützte
sich willig wissenden Händen öffnete
die zart die Strähnen richten.

Sag, könntest du, meinen Bart flechten
wenn du meine Augen dabei nicht sähest
die verhangen unter üppigem Brauenvorhang
verdeckt, versteckt, verschreckt blinzeln?
Ahntest du wohl den Mund, der begehrend
fragend in den Schnauzer haucht?

Das Beinhaar, lang wie Binsenröcke, es tanzte
um Waden, schützte sie vor Heiß und Eis
und auch am Fuß das Fell ein Sockenproblem löste.
Ob wir eine Schere bräuchten, oder gar ein Messer
um – später – unsere verhakelten Beine zu trennen?

Das Gedicht als Hörversion

Als mp3-Datei (1,5 Mbyte) anhören:

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