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Vergewaltiger gesucht

Zuweilen spielt einem ja das eigene Gehirn einen Streich. Lese ich doch gestern diese Überschrift in einer lokalen Onlinezeitung und muss lachen. Klar weiß ich, es handelt sich eindeutig um eine Fahndungsmeldung und nicht um eine Kontaktanzeige der perfiden Art. Aber die Assoziation ist da. Vergewaltiger gesucht…. Klingt so, als würde jemand für eine Attraktion seiner Party annoncieren wollen, oder für die Rubrik Bekanntschaften: “Suche aufregenden Kumpel für aktive Freizeitgestaltung, gerne mit eigenem Auto“. Aber bei dieser Überschrift fühlt sich sicherlich nicht einmal der polizeilich Gesuchte selber genötigt, sich bei der Behörde zu melden. Gelesen wurde der Artikel trotzdem. Und hoffentlich fassen sie den Kerl.
Am einfachsten wäre da natürlich, er würde seinerseits einen Artikel über sich verfassen. Wenn er eitel genug ist, auch mit aktuellem Lichtbild, denn das Fahndungsbild schmeichelt seinem Ego mitnichten. Dessen bin ich sicher.

icon Das zweite Highlight des Tages war die Meldung einer anderen Zeitung im Netz, in der überschriftsmäßig zum Provozieren von Frau Merkels Brüsten aufgefordert wird. Während sich bereits ein Teil meines Gehirns verwundert fragte, durch welche Maßnahmen sich eine Brust, und dazu noch die unserer derzeitigen Kanzlerin provoziert fühlen würde, ahnte das für Vernunft zuständige Areal, es muss wohl doch kein Imperativ vorliegen, wenn der Autor des Artikels schreibt: Merkels Brüste provozieren. Dabei geht es doch um einen durch und durch politischen Artikel. Das Letzte, was ich von Frau M. sehen möchte, wäre ihr nackerter Oberkörper.
Ein sowohl unvermeidlicher wie unvergesslicher (im Sinne von traumatisierender) Anblick ihrer wuchernden Achselbehaarung wurde der Bevölkerung ja schon zum Amtsantritt präsentiert, als die frischgebackene Kanzlerin, in einem apricotfarbenen Kleid, nonchalant und unbedarft ihren Arm zum Winken erhob. Das ist mehr Einblick, als der Leser verkraftet. Vielleicht hätte es ja den gesuchten Vergewaltiger von seiner Tat abgehalten. Aber vermutlich liest der eher Schmuddelhefte denn politischen Magazine. Auch wenn die Grenze seit heute fließend erscheint.

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