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Medienhure

Die Arbeit als freie Journalistin hat etwas von Straßen-Prostitution, finde ich. Man muss jedermann zu jeder Zeit willfährig sein. Feierabend ist eine Illusion, da es anscheinend keine festen Bürozeiten gibt. Das bedeutet, rund um die Uhr abruf- und anrufbereit zu sein. Kleine physikalische Ungereimtheiten wie etwa vier Termine zur selben Zeit an verschiedenen Orten werden von den mediengierigen Kunden für gewöhnlich schlicht ignoriert.

Man/frau muss schon sehr davon angetörnt sein, um diese Art von Tätigkeit zu mögen. Glücklicherweise kann ich genau das ausleben: ich liebe es, zu schreiben und zu fotografieren, ich bin trotz der Bezahlung als „geringfügig Beschäftigte“ – das steht tatsächlich so in meiner Lohnabrechung – immer noch die Chefredakteurin des von mir betreuten Wochenblatts und habe mir inzwischen einen gewissen positiven Ruf erarbeitet. Ich habe die Macht, Pressetexte zu veröffentlichen und bei Fototerminen kann ich als Fotografin die Modelle aus jeder Bevölkerungsschicht gefällig dirigieren. Das hat etwas von Presse-Domina. Den Rest kann ich vom heimischen Computer aus erledigen und der PC ist ja auch, was ich gerne mache.

Und für all diese geilen Sachen bekomme ich auch noch bezahlt – wenn auch der Lohn eher dürftig ist…. eben wie im richtigen Leben (einer Hure): Das meiste Geld geht in die Taschen des Luden.

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