Deutsche Gasolin Dollbergen

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Deutsche Gasolin in Dollbergen

Alte Hausnummer 154, Bahnhofstraße 73

Das Gelände östlich der Straße nach Uetze.



Aus der Chronik

  • Im Jahr 1909 gründeten mehrere Landwirte aus Dollbergen die Kartoffeltrocknungsgenossenschaft Bahnhof Dollbergen eGmuH. Die "Flockenfabrik" ging 1911 in Konkurs.
  • 1914 Die Anlage übernimmt die Erythropel Benzol- und Ammoniakfabrik aus Langenhagen. Sie bestand nur vier Jahre.
  • 1918 Der Industrielle Georg Greiser übernimmt und erweitert die "Chemische Fabrik Dollbergen".
  • 1925 Verkauf der Ölraffinerie, Erdölwerke Dollbergen GmbH, Greiserwerke an Hugo Stinnes-Riebeck in Halle.
  • 1926 - Übernahme der Raffinerie durch die "Deutsche Gasolin AG".
  • 1944 - Am 5. August kommen 12 Menschen durch Bombenabwürfe auf Bahnhof und Gasolinwerk ums Leben. "Die Deutsche Gasolin AG Berlin, deren Anlagen in Emmerich (Rhein) und Dollbergen bei Hannover durch Bombardements zerstört waren, übernahm die Erdölverarbeitung in der Herrenleite. Sie brachte auch eine Anzahl von Fachkräften aus den zerstörten Produktionsstätten mit. Die Bauausführung lag bei der Organisation Todt (OT).PIRNA."
    Das Werk wird während des Krieges weitestgehend, zu 75%, zerstört und danach teilweise wieder aufgebaut, mithilfe von Geldern aus dem Marshall-Plan.
    Siehe auch Zivilarbeitslager in der Horst.
  • "Im Frühjahr 1946 stellte die Dt. Gasolin die auf ihrem Fabrikgelände befindliche Baracke und den Schießstand zur Verfügung und ermöglichte durch Hergabe von Baumaterial den Ausbau zu Wohnungen." [Chronik p. 347] (Durch die Unterbringung von Flüchtlingen und Beschlagnahme aller Güter durch die englischen Besatzer herrschte große [Wohnungs]-Not.)
  • 1954 - 594 Beschäftigte bei den Industriebetrieben am Bahnhof, davon 499 im Gasolinwerk.
  • 1955/1956 - Die Gasolin-Nitag AG wird von der Aral übernommen, die Raffination wird eingestellt. Nur noch 125 Mitarbeiter. Vertrieb von Industriespezialölen.
  • 1969 - Stilllegung des Gasolinwerkes in Dollbergen.
  • 1977 firmiert auf dem ehemaligen Gelände ein Gebrauchtwagenmarkt, Betreiber ist Rudolf Liefke.

Gasolin-Nitag

Bild der Gasolin Dollbergen, etwa zwischen 1965 und 1969 entstanden. Der dicke Schornstein fällt 1979.

Schadstoffbelastung der Brache

Auf der Seite des Lehramts, Fachbereich Chemie, der Philipps-Universität Marburg, www.chids.de findet sich ein Absatz über Maßnahmen zur Dekontaminierung des Bodens:

Zwei Beispiele zur Wiederverwendung von DCR-behandelten Materialien Auf der Gasolin-Raffinerie Dollbergen bei Hannover wurde eine DCR-Rekultivierung durchgeführt. Dabei wurden für 48000 t ölhaltigen Schadstoff 8000 t Reaktionsmittel und weitere 3500 t Sand zur Auflockerung eingesetzt. Das sanierte Gelände dient heute als Weideland, nachdem Untersuchungen über Jahre keinen Schadstoffaustrag ergeben hatten. [...]"

Quelle, zitiert aus der PDF-Datei: http://www.chids.de/dachs/expvortr/573Boden_Pfeifer_Scan.pdf, von Dr. Reiß.

Im Jahr 2009 wurden durch die Besitzer des Grundes noch stehende Gebäude abgebrochen. Es handelt sich hier um die Ruinen, die an der Nordseite der Gleise standen und die Hallen an der Zufahrt zur MRD, die lange Zeit von einer Schaustellerfamilie als Lager genutzt wurden.

Für die Zukunft wird eine Bebauung der Brache angestrebt, die Vermarktung soll an Gewerbe und Industrie gehen.

Kurioses

In einem Erzählband des Heimatvereins Dollbergen erzählt Alfred Wesche vom Scheinwerk der Gasolin:
Das war Anfang des 2. Weltkrieges (1941, 1942) zwischen Uetze und Dollbergn (bei Katensen) entstanden, um bei Fliegerangriffen der Aliierten vom eigentlichen Werk abzulenken. Dieses wurde getarnt, der Kühlturm als Mühle verkleidet, die Benzinherstellungsanlage als Kirche vermummt. Das Scheinwerk aus Brettern wurde des Nachts hell erleuchtet, jedoch trotzdem von den Bombern ignoriert. Letztlich ist das Scheinwerk abgebrannt, ohne je von einer Bombe getroffen worden zu sein.

Nimm Dir Zeit und nicht das Leben

Nimm dir Zeit - und nicht das Leben
Werbe-Slogan der Gasolin

Siehe auch: Link zur Wikipedia: Gasolin


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