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Kernobst

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Des Pudels Kern

Unser Hund schläft seit einiger Zeit in der Gartenlaube, statt im Haus.
Schuld ist das Obst.

Wir waren nicht sehr überrascht, als unser vierbeiniger Mitbewohner anfing, das Fallobst zu fressen. Zum Einen frisst sie eh alles (Alles!), neulich hat sie sogar einen halben Stiefel unseres Jüngsten gefressen, nur weil ein Stück ihres Kauknochens in den Schaft geraten war.
Zum Anderen hatte der Vorgänger unseres Haustiers, ein Labrador-Mix namens Lady, auch immer Obst gefressen. Lady war verrückt nach Bällen gewesen.

Dabei machte es für sie kaum einen Unterschied, ob es sich um einen Tennisball handelte, der stundenlang genüsslich durchgekaut wurde, wenn sich niemand fand, der das hundespeicheltriefende Ding werfen wollte, oder ob sie dazu im Garten  Äpfel aufsammelte, um sie einem potenziellen Werfer vor die Füße zu legen. Die Äpfelmanie ging sogar soweit, dass sie sich das Obst von den niedrig hängenden Zweigen zupfte. Letztendlich hat sie diese Natur-Bälle dann alle aufgefressen.

Unser jetziger Hund mag keine Bälle und auch keine Äpfel. Jedoch ist sie, die Heidi, ganz wild auf die Pfirsiche, die jetzt im September vom Baum am Gartenteich fallen.
Zuerst wird ganz vorsichtig an der pelzigen Schale gerochen und dann ebenso vorsichtig und nur mit den vordersten Zähnen ein wenig in die Schale gekniffen. Schätze, sie hat einige lehrreiche Erfahrungen mit Wespen machen müssen.  Erst dann, wenn sie sich sicher ist, dass kein anderes Getier an dem Objekt ihres Begehrens  knabbert, frisst sie den Pfirsich ganz auf. Mit Schale und mit Kern. Wobei wir wieder beim Thema wären, dem Kernstück der Geschichte, dem  Stein des Anstoßes.

Meine Oma pflegte zu sagen: „Was durch den Beißer geht, kommt auch
durch den Schei…“
 „Ausnahmen bestätigen die Regel“  ist dagegen das Motto meiner
Heidi.  
Die Pfirsichkerne verlassen ihren Körper  leider nicht auf die
erwünsche Art und Weise.
Mit anderen Worten: Sie kotzt sie aus.
Um den andern Bewohnern dieses Hauses ein Hineintappen in  diverse Häufchen
Mageninhalts zu ersparen, die Kerne kommen nie ohne schleimigen Anhang,
muss das Tier seine Nächte also  in der Laube verbringen.

Erwähnte ich schon, dass Heidi auch Schneebälle frisst?
Wird ein kalter und einsamer Winter für den Hund werden, denn die Laube
ist nicht geheizt…

©ed 9/2003

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