SiebenUndAchtzig

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Hausnummer 87

Nummer 87, Turmhaus, Baujahr 1923

Bahnhofstr. 82, Foto ▼.

Das Gelände, auf dem heute das Mineralölrecyclingwerk der MRD steht, war in früheren Zeiten nicht nur Industriestandort, sondern diente auch als Wohnraum mit Gartenbau-Plantage.

Foto des Hauses.



Jahresdaten

  • Ab 1895 bis 1903 Christian Bredmeyer & Karl Greve, Kornbrennerei und Likörfabrik. Das Wohnhaus auf dem Grundstück wurde im zweiten Weltkrieg weitgehend zerstört und danach abgebrochen.
  • Von 1918 bis 1948 Familie Greiser im Turmhaus. (Siehe Cupa-Fassfabrik.)
  • W. H. de Lommatzsch, wohnte Ende der 40er Anfang der 50er Jahre zeitweise im Turmgebäude. Vor etwa zehn Jahren wurde der Turm restauriert, die in der Turmspitze vorhandenen Wassertanks herausgerissen, das Dach neu gedeckt.

    Foto

    Turmhaus
    Gebaut 1923 von Architekt und Maurermeister W. Gaste und Sohn aus Dollbergen. Foto © S. Greiser.
  • Laut Adressbuch von 1957 wohnten unter der Nummer Nr. 87 in verschiedenen Häusern auf dem Gelände, aber auch im Turmhaus, folgende Familien: Josef Bollig (Gärtner) + Paul Hönack (Gärtnermstr.) + Gerhard Depenau (Kaufm.Angestellter) + Johannes Döring (Techniker) + Otto Freise (Rentn.) + Richard Kunzmann (Rtn.) + Alois Lamer (Ing.) + Anton Moritz (Maurer) + Albert Neske (Heizer) + Otto Scholz (Werkmstr.) + Erich Springfeld (Krftf.) + Heinz Uhde (Werkmstr.) + Walter Wiesner (Vorschlosser).
    ("Direkt an der Straße zum Bahnübergang stand das sogenannte "Blaue Haus", die Bauruine der Greiser-Villa, die Anfang der 60er Jahre abgerissen wurde." siehe Seite G. Greiser.)
  • Eine erste Altölraffinerie wurde von Dipl.-Ing. Alois Lamer gebaut und nahm bereits im Januar 1951 ihre Produktion auf. Von 1957/1961 firmiert unter dieser Adresse Haberland & Co., Schmierstoffe.
    Vergleiche Abschnitt 3. Raffinerie im Greiser-Text.
  • Nach verschiedenen Inhabern wie Pfeifer, Scheuerle, Haberland, Dr. Dr. Anton Maier und RWE-Edelhoff, gehört das immer wieder erweiterte und modernisierte Werk heute zur Avista-Holding, Mineralöl-Raffinerie-Dollbergen, MRD, und ist reiner Firmensitz - ohne Wohngebäude und Gärten.
  • Infos zur MRD: Im Jahr 2003 übernimmt die Avista Oil AG die Töchter MRD, Mineralölraffinerie Dollbergen und das Gebrauchtölsammelunternehmen Karo-As von der Edelhoff RWE-Umwelt-AG.

    Der große Schornstein der MRD wurde in den 1970zigern errichtet und war den Vorschriften entsprechend 80 Meter hoch - so blieb seinerzeit die nähere Umgebung verschont, die stark riechenden Abgase gingen jedoch in den Nachbarorten nieder. Nach dem Einbau neuer Rauchgasfilter durch die MRD wurde zur Kosteneinsparung bei der Wartung und Reinigung auf 62 Meter reduziert.

    Die Raffinerie ist nun europaweit die modernste Anlage zur Wiedergewinnung von Motorenölen. Das saubere, nahezu abfallfreie Verfahren zur Trennung von Basisölen und Verunreinigungen wurde 2005 im Werk selbst entwickelt. (Zu Haberlands Zeiten wurde der anfallende Ölschlamm einfach in die Nordsee "verklappt".) Die anfallenden Rauchgase werden gereinigt, die Rückstände und betriebseigene Brennstoffe befeuern ein eigenes Kraftwerk, Abwässer werden vorgeklärt.

    Das Recyclingwerk MRD beschäftigt etwa 200 Mitarbeiter, weitere 120 sind bei der Karo-As beschäftigt, einem Partnerunternehmen zum Einsammeln von Gebrauchtölen. Die Raffinerie ist mit rund 400 Mitarbeitern (im Jahr 2011) somit nicht nur einer der großen Arbeitgeber in der näheren Region, sondern für die Gemeinde Uetze einer der wenigen verbliebenen Großbetriebe mit hohen Gewerbesteuerzahlungen.


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