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Urlaub vom Passiv-Rauchen

Es ist immer wieder erfrischend: Morgens in die Küche zu kommen und den Duft frisch gebrühten Kaffees zu riechen – statt die Rauchschwaden des Göttergatten einatmen zu müssen, die er schon frühmorgens im gesamten Haus verbreitet.
Der Mann lungert gerade weit entfernt für die Firma herum (tief südlich von Hildesheim) und ich kann frei atmen. Die Kinder freut es auch und ebenso den Hund. Es ist alles irgendwie angenehm ruhig hier. Wir können früher essen, müssen nichts übrig lassen. Der TV-Sessel gehört dem, der zuerst darin sitzt. Aber meistens sitzt eh keiner drin und die Kiste, die sonst im Dauerbetrieb rieselt, setzt jetzt nur Staub an.
Keiner dringt alle 10 Minuten in mein Schreibzimmer und fragt nach Belanglosigkeiten wie frischen Hemden (liegen gestapelt in seinem Schrank!) oder ob meine Wasserkiste leer wäre (was ich nicht beantworten kann, weil die im Keller steht) oder ob er mal kochen soll. (Ha! Fast-Food-Hamburger aus dem Nachbarort, während mein vorbereitetes Essen quasi schon auf dem Herd steht.)

Und wenn mir danach ist, mit ihm zu reden, dann telefonieren wir halt. Kommt mir manchmal so vor, als würden wir öfter miteinander sprechen, als wenn er daheim wäre. Es ist ja nicht so, dass ich ihn nicht vermissen würde. Spätestens, wenn etwas im Haus der Reparatur bedarf, fehlt der Heimwerker doch sehr. Ich kann’s meist ja auch selber richten, aber da so was nicht mein Fachgebiet ist, dauert es elend lange – Das Reparieren und davor das Suchen nach passendem Werkzeug, das im ganzen Haus auf drei Etagen verstreut lagert. Einer der Gründe, warum ich mir in der Küche eine Werkzeugschublade für Notfälle eingerichtet habe. Wird gerne auch vom Rest der Familie in Anspruch genommen, einschließlich des Heimwerkers.

Der ist nebenbei auch leidenschaftlicher Sammler. Die Kellerräumen quellen über von Sachen, die man ja bestimmt mal gut gebrauchen kann. Sagt er. Und wenn dann tatsächlich etwas nötig wäre von den Schätzen, dann findet er es meist nicht mehr und kauft etwas Neues. Die Daueraufgabe, die er sich selber stellt, fängt meistens mit den Worten an: „Ich will dann mal den Keller aufräumen“ und endet stets damit, dass er ein neues Möbel baut, in die er sein Sammelsurium verstauen kann. Was natürlich nicht wirklich zur Erhöhung der Übersicht beiträgt.
Am Wochenende habe ich ihn also wieder, den Mann und seine nikotinöse Aureole. Ehrlich, wenn man sein Zimmer betritt und er länger als 15 Minuten alleine drin gesessen und geraucht hat, dann braucht man ein Navigationsgerät, um ihn durch die Schwaden hindurch in seinem Zimmer zu finden. Dann hat sich die Rauchfahne, die ständig um sein Haupt weht, wie bei einem aktiven Vulkan die Giftwolke, im ganzen Raum ausgebreitet.

Ich habe vorsorglich eine Schachtel Zigarillos, Vanilla-flavored, gekauft. Wenn schon Passivrauchen, dann doch wenigsten eine Sorte, die ich mag.

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