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Hansel

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Hans und Grete …

(die alternative Fortsetzung und die Hintergründe)
1. Hans und Grete …

….waren zwei Geschwister. Ihr Alter lebte nur von Stütze, die Mutter war von einem Trip nicht mehr zurückgekehrt. Die Freundin vom Vater hatte mal versucht, die Kinder loszuwerden, aber beim ersten Mal hatte sich die Grete den Inhalt des Aschenbechers eingesteckt und den Weg in die Vorstadt mit Zigarettenkippen gepflastert. Das Weib wollte diese Nummer noch einmal abziehen (mit Wissen des Vaters), aber die Kids waren halt Großstadtgören, die schon lange gelernt hatten, auf sich selber aufzupassen. Die waren nicht so leicht auszutricksen und kannten sich aus im Stadt-Dschungel.

Als die beiden älter waren, haben sie sich alleine zu Streifzügen aufgemacht, ein wenig Betteln am Bahnhof, ab und zu eine Handtasche, schließlich mussten sie ja ihr Taschengeld selbst verdienen. Die Schule hatten beide seit langem aufgegeben. Ab und an musste der Vater die Früchtchen aus dem Knast holen, wenn die sich hatten erwischen lassen.

In der Nachbarschaft lebt ein älterer Herr. Früher, als die Mutter der Geschwister noch lebte, hat die manchmal die Einkäufe für den alten Mann abgenommen. Das Männchen war immer sehr spendabel und zählte nie das Rückgeld nach. Und für Hans und Grete hatte er immer einen Keks übrig. Aber die Zeiten ändern sich und die Kinder auch, die standen irgendwann mehr auf Haschkekse und schnelles Geld. Und davon hatte der Frührentner eine Menge.

Wer von den beiden zuerst auf den perfiden Plan kam, den Alten um sein Vermögen zu bringen, ist heute nicht mehr zu klären. Tatsache ist, dass Hans herrausfand, dass der Frührentner auf Jünglinge scharf war. Da sie ja mit dem „Onkel“ bekannt waren, gelang es ihnen leicht, in seiner Wohnung ein- und auszugehen. Hans liess sich von ihm einige Geräte kaufen, damit er Bodybuilding machen konnte, natürlich vor den entzückten Augen des alten Mannes. Währenddessen konnte Grete die Wohnung durchsuchen, angeblich war sie dann immer Staubwischen und aufräumen.

Sie hätte Hans suchen lassen sollen, der war der Knete meistens ungeahnt näher. Im Laufe der Wochen war der Alte immer geiler auf Hans geworden und da sich die Muskelshow ohnehin im Schlafraum abspielte, versuchter er eines Tages den jungen Mann ins Bett zu kriegen. Nun Hans war erstens hetero und also zweitens Jungfrau und wehrte sich nach Kräften. Das stachelte den Rentner nur noch mehr an, er war kaum noch zu bremsen, als Grete vom Lärm angelockt, den Raum betrat. Sie eilte ihrem Bruder zu Hilfe. Im Handgemenge bekam sie eine Hantel zu fassen und schlug sie dem Alten an den Kopf, was dieser leider nicht überlebte.

Im Fallen warf er das Bett um und aus dem Geheimfach unter der Matratze quollen die Geldscheine hervor. Hans und Grete waren erschrocken, sie hatten nur des Alten Geld gewollt, nicht sein Leben. Zum ersten Mal seit ihrer Kindheit waren sie mit einer Situation überfordert. In ihrer Not wandten sie sich an ihren Vater und dessen Freundin. Diese Beiden waren eine Ecke abgebrühter und haben erst mal einen Teil der Kohle eingesteckt. Dann musste Hans die Leiche unter der Terrasse verbuddeln. Der alte Mann hatte keine Familie und von den Nachbarn hat sich sonst auch keiner gekümmert, man würde ihn also nicht vermissen.
Hans und Grete richteten sich häuslich ein und im Laufe der Jahre hatten sie alle Erinnerung an den Vorbesitzer verdrängt. Und wenn sie nicht…na ja, soweit also die Vorgeschichte.
TEIL 2

Der Vater und seine Tussi haben sich von dem Geld eine Hütte in Südspanien gekauft. Haben einige Male dort Urlaub gemacht und sind irgendwann gar nicht mehr wiedergekommen.

Hans hatte nie etwas anderes gelernt, als Bodybuilden und Stehlen, was er nun nicht mehr brauchte mit all dem Reichtum. Darum ließ er einen Teil des Hauses zum Fitnesstudio (nur 2 s, jawohl) umbauen. Wie gesagt, sein Körper war sehr attraktiv und so hatte er bald einen festen Kundenstamm von Männlein und Weiblein um sich gescharrt und jeden Montag, Mittwoch und Freitag war Aerobicstunde.
Manche der Frauen blieben nach der Stunde noch da, um ihn in gewissen Dingen zu unterrichten. Und er lernte gut. Jedoch blieb sein Herz ungerührt. An seinen freien Tagen besuchte ihn seine treueste Kundin, Elli Robin-Sohn, eine lebenslustige Mittvierzigerin. Verheiratet zwar, jedoch mit sehr beschäftigtem Ehemann.

Um die männliche Klientel kümmerte sich die Grete. Auch sie war inzwischen durch die Schule des Lebens gegangen, hatte aus ihrer Untugend eine Notzucht gemacht und für die Gäste der Fitness-Stunden eine Bar eröffnet. Dort verkaufte sie kalte und warme Getränke und ab und an ihren Körper. Aber auch sie fand nie wahre Befriedigung.

Es war an einem lauen Sommerabend nach einer Party. Das 10-jährige Jubiläum der Fitnessfirma. Alle Gäste waren bereits gegangen, nur Hans und Grete waren noch auf und tanzten zusammen. Beide hatten zuviel getrunken, Grete brachte ihren Bruder deshalb in sein Zimmer. Als sie begann, ihn auszuziehen…… (…nicht jugendfrei…) …und so entdeckten sie ihre Leidenschaft für einander. Schließlich waren sie seit frühester Kindheit zusammen, nicht einen Tag waren sie getrennt gewesen und nun waren sie einander so vertraut, wie ein Ehepaar. Nach dem ersten Mal hatten sie ein schlechtes Gewissen, aber immerhin hatten sie schon ganz andere Dinge zusammen erlebt. Nur um sicherzugehen, versuchten sie es ein zweite Mal und es war so erfüllend wie zuvor. Fortan lebten sie glücklich als Ehepaar (nicht einmal den Namen brauchten sie zu ändern) und das hätte bis ans Ende ihrer Tage so gehen können, wenn… ja wenn nicht die Dame Elli Robin-Sohn gewesen wäre.

Die merkte natürlich, dass ihr Lover immer lustloser wurde und auch, dass da was mit seiner Schwester lief. Völlig gekränkt wollte sie Hans und Grete wegen Inzests anzeigen. Immer hartnäckiger wurde die Elli, fast blieb nur noch der Ausweg, sie für immer zum Schweigen zu bringen. Jedoch noch einen Mord wollten sich die Geschwister nicht antun. Und ins Gefängnis wollten sie auch nicht. Dann hatte Grete den rettenden Gedanken. Jederman hat seinen Preis, auch eine Elli R.-S. Für ihr Schweigen überließen Hans und Grete der Frau das Studio und die Bar, das Angebot war zu verlockend und sie willigte ein.

Mit dem Restgeld und den Zinsen setzten sich die Geschwister als Ehepaar in einem Dritte-Welt-Land zur Ruhe. Dort verliert sich dann ihre Spur.

Ach herrje, nun ist es doch noch gut ausgegangen. Wer hat gesagt: „Crime doesn’t pay“ ?

© 2001 Ed home (Nachtrag 2007: Wie man an der Jahreszahl erkennen kann, ist das eine meiner älteren Storys. Beate. 2007)

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