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Frau Geiser

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Die Vorgeschichte – Frau Geiser

(c)2002 ed, Wolf+7 Geiser Sieben Gören hatte sie sich andrehen lassen. Von drei verschiedenen Vätern. Nur einer von denen hatte den Schneid zu bleiben und ihre Brut mit aufzuziehen. Der erste Kerl ließ sie im Stich, als sie schwanger wurde. Er sagte, er sei noch zu jung, Vater zu sein. Frau Geiser verstand das und versuchte ihr Glück Monate später mit einem netten älteren Typen. Vielleicht hätte sie misstrauischer sein sollen, aber als sie merkte, dass der verheiratet ist, hatte sie bereits das zweite Kind im Bauch.

Mit dem dritten hatte sie dann endlich Glück und weitere fünf Kinder.
Leider endete diese fruchtbare Beziehung mit einem tödlichen Arbeitsunfall ihres Lovers. Und sie stand da mit ihren sieben Kindern. Wenigstens hatten sie ein Dach über dem Kopf, denn das Haus hatte sie von dem verheirateten Typ geschenkt bekommen und von dem und dem Vater des ersten Kindes erhielt sie eine Zuwendung für die Kinder. Aber auch zusammen mit ihrem Ersparten und der Lebensversicherung reichte es nicht zum Leben.

Daher suchte sie sich einen Job in der Nachtschicht und ließ die Kids an drei Abenden in der Woche notgedrungen unter Obhut der Älteren allein. Sie schärfte allen ein, nur ja die Tür verschlossen zu halten und niemandem zu öffnen, der nicht ihre Mutter sei. Sie dachte dabei vor allem an die Leute vom Jugendamt, die ja gerne ihre Nasen in ihre Angelegenheiten steckten. Niemals hätte sie sich jedoch das vorgestellt, was dann eines Abends wirklich passierte:

Nun kommt der Wolff ins Spiel

Ihr Nachbar, der Herr Wolff von gegenüber, hatte sich schon lange in sie verguckt und sie wohl auch schon mal versucht, zum Essen einzuladen. Sie allerdings wollte keinen Mann mehr in ihrem Leben und ließ ihn ein ums andere Mal abblitzen. Aber er hatte sich nun mal in den Kopf gesetzt, sie glücklich zu machen und fasste endlich einen Plan. Wenn schon die Mutter nichts von ihm wissen wollte, vielleicht konnte er die Kinder von seinen ehrlichen Absichten überzeugen. Nur musste er erst einmal an die herankommen.

Der Plan

Er wartete eine Nacht ab, in der Frau Geiser arbeiten musste und klopfte voller Zuversicht an der Tür. Natürlich öffnete ihm keiner! Aber so leicht gab Herr Wolff nicht auf. Von einer verflossenen Freundin hatte er noch ein paar Kleidungstücke und Schminksachen da. Das Miststück war mit einem anderen Kerl durchgebrannt und hatte sich nie wieder blicken lassen. Gut für ihn, den nun konnte er sich mit den Klamotten wenigstens äußerlich in eine Frau verwandeln. Zweiter Versuch: Die Gören machten trotzdem nicht auf!

Nun war guter Rat teuer. Was konnte die Kinder nur überzeugen, ihm die Tür zu öffnen? Schließlich hatte er eine grandiose Idee. Im Copy-Shop nebenan ließ er sich einen Werbezettel für Pizza-Angebote erstellen, natürlich mit seiner eigenen Telefon-Nummer. Den schob er dann bei der Nachbarin unter der Tür durch. Ausschlaggebend war, dass die Pizza anlässlich einer Neueröffnung heute umsonst ausgeliefert würde! Und so dauerte es nicht lange und beim Wolff klingelte das Telefon. Grinsend kaufte er bei der Pizzeria um die Ecke die gewünschten Pizzen und lieferte sie gleich aus.

Tja, diesmal öffneten die lieben Kleinen und ließen ihn obendrein noch ins Haus. Sie aßen zusammen, spielten zusammen und nach wenigen Stunden hatte er alle mit seiner freundlichen Art überzeugt, ihnen ein Freund, vielleicht sogar ein Vater sein zu können. (Hey, das hier ist ein Märchen, im realen Leben geht so etwas sicher nicht …)
Dann wollten die Kinder auch mal seine Wohnung sehen und so gingen sie alle hinüber, bis auf das Jüngste, dass längst in seinem Bettchen eingeschlafen war. Natürlich kam ausgerechnet in dieser Nacht die Mutter früher heim und erschrak erst mal fürchterlich, dass das Haus fast leer stand. Sie fand ihr Jüngstes und wollte es schon wecken, da fiel ihr der Zettel auf, der neben dem Bett auf dem Tisch lag und alles erklärte.

Und dann passierte Folgendes

Das Haus war sauber und aufgeräumt und es standen Blumen auf dem Tisch. Von alleine waren ihre Kids sicher nicht drauf gekommen, das hatte also etwas mit dem Herrn Wolf von gegenüber zu tun. Nun doch neugierig geworden, wollte sie den anderen gerade folgen, als die wieder heimkamen. In Begleitung von unserem Wolf und der mit einer Flasche guten Rotweins. Alle Kinder gingen sofort in ihre Betten, sie hatte einerseits ein schlechtes Gewissen, weil sie gegen das Verbot gehandelt hatten, die Tür zu öffnen und andererseits, weil sie ihren neuen Freund Wolf mit ihrer Mutter alleine lassen wollten.

Endlich am Ziel seiner Wünsche, ließ Mr. Wolff seinen ganzen Charme spielen und überzeugte schließlich auch unsere Mutter Geiser von all seinen Qualitäten. Daran war dann nicht zuletzt der Rotwein schuld. Jedenfalls fanden am nächsten Morgen die Geiser-Kinder ein glückliches Paar im Bett der Mutter.

Das Ende !?

Kinder haben die beiden keine mehr gemacht, logisch, es waren ja schon genug vorhanden, aber sie hatten dennoch jede Menge Spaß. Frau Geiser ging weiterhin dreimal die Woche arbeiten und Herr Wolff kümmerte sich um die Lütten und den Haushalt. Und wenn ihnen nicht irgendwann die Pizza zum Halse raushängt, dann sind sie immer noch der Wolff und die sieben Geiser.

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