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Herpes

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Nach einigen Wochen anhaltender Erkältungen war mein Immunsystem runter auf nahe Null. Endlich war auf dem Wege der Besserung, Die Atemluft strömte nun wieder durch die von der Natur dafür vorgesehen Öffnungen und das Rasseln der Lunge klang im gleichen Maße ab, wie ich meine Hörfähigkeit zurück erlangte, da erlag ich einer heimtückischen Attacke körpereigener Herpesviren. Natürlich an einem Wochenende.

Am folgenden Montag schleppte ich mich mit einem blutverkrusteten Geschwür an der Oberlippe zur nächsten Apotheke und bat um ein Mittel gegen Lippenbläschen. Die eifrig-freundlichen Bedienung erkundigte sich sachlich, ob die Salbe denn für mich sei, oder jemand anderen.
Ungläubig schielte ich an dem schorfigen, nässenden Blumenkohl vorbei, der mein Gesicht verdeckte. Schon eine sarkastische Bemerkung auf den Lippen… gut, auf der intakten Unterlippe, oder besser, auf der Zunge, entschied ich mich im letzten Augenblick gegen meine sonst übliche schnoddrige Art, denn davon hatte ich die vergangenen Wochen eh die Nase voll genug gehabt. Außerdem hätte sie es mir sicherlich nicht abgenommen, wenn ich ihr geantwortet hätte, das Mittel bräuchte ich nur so zur Reserve, falls ich einmal in die Verlegenheit kommen sollte und unwahrscheinlicherweise ein Bläschen an der zarten Haut meines Kussmundes wuchern würde.

Es schien, als hätte sie tatsächlich nur voreilig und aus reiner Routine gefragt, denn gleich darauf versuchte sie mir, von ihrem Fauxpas ablenkend, ein Zink-Produkt schmackhaft zu machen. In Anbetracht des fehlenden Backenzahns in meinem Kiefer schlug ich dankend das metallische Mittel aus, nahm etwas anderes, zahlte und ging.

Möchte mich jemand küssen? Irgendjemand? Hallo … ?

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