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Kurze Sommernächte

Irgendwie wartet man im Sommer vergebens auf die Dunkelheit, das Zeichen zum Schlafengehen. Vor allem, wenn man in aller Frühe wieder raus muss. Jedenfalls bin ich gestern noch vor Mitternacht … ins Bett gekommen, aber so richtig einschlafen konnte ich nicht. Das Gemüseomelett mit Tunfisch vom Mittag lag noch immer schwer im Magen. Und außerdem ist es trotz Intensivlüftung immer zu heiß im Schlafraum unter dem Dach. Keine zwei Stunden später weckte mich dann ein Albtraum – der perfide Weg meines Körpers, mich zur nächtlichen Pinkelpause wach zu kriegen.
Aber es sollte noch schlimmer kommen: Ein seltsames Piepen holte mich später aus einem weiteren REM-Schlaf. Es dauerte eine Weile, bis ich soweit wach war, dass ich unruhig wurde. „Püt“. Woher kam das? Ich quälte mich hoch und lauschte am Fenster. Nichts. Hatte ich mich geirrt? „Püt“ Nein, da war es wieder. Aber das kam von irgendwo aus dem Haus. Also, Stellungswechsel, zum Flur. Lauschen. „Püt“ Ah, Verdacht! So hörte sich doch nur ein Rauchmelder mit Akku-Problemen an (diese Frequenz hatte ich noch von neulich im Ohr, als ich diesen Topf auf dem Herd vergessen hatte…). Aber wo war jetzt dieser schwächelnde Rauchmelder? Licht wagte ich nicht einzuschalten, wollte ich doch den Sohn nicht wecken, und ich kriege Augenkrebs von so etwas drastischem. War aber hell genug, denn wie gesagt, es ist Sommer und Sommernächte sind nie wirklich finster. Außerdem sorgen an einigen Stellen im Flur Dimmer für eine schmale Sicht.
Wo war ich? Ach ja, im Flur auf das nächste „Püt“ lauschend. „Püt“ – aha! Sohnemanns Schlafzimmer. Da hing es, das Korpus Anoia. Wie ich da so stehe und grübele, wie ich –„Püt“ – mit meinen 160 Zentimetern am besten an das Püt-Dings an der Decke gelange, regt sich der Filius im Bett: „Hört sich nach leerer Batterie an“, murmelt er, dreht sich zur Wand und schläft weiter. „Püt
In meinem Zustand (nachts um drei!) beschließe ich, nicht die Trittleiter aus dem Erdgeschoss zu holen, sondern mein Glück mit dem Klappstuhl aus dem Bad nebenan zu versuchen. Gedacht, getan, ich kann meinen Körper ohne Unfall auf das wackelige Gestühl wuchten, den Rauchmelder abnehmen und komme auch unbeschadet wieder hinunter. Das Glück der Schlafwandler hat diesmal Murphys Gesetz außer Kraft gesetzt. „Püt“ Die Sch…-Batterie kriege ich nur mit Anstrengung und der Hilfe meiner Nagelfeile aus dem Gerät, und nach nur drei weiteren drei „Püts“ ist es vollbracht. Leider tummeln sich nun so viele Wachhormone in meinem Blut, dass es eine Weile dauert, bis ich wieder einschlummere.
Da stört es dann nicht wirklich, wenn kurz vor dem Wecken dieses eklige Würgen aus dem Treppenhaus in mein verschwiemeltes Bewusstsein dringt. Ich mache eine geistige Notiz: Der Hund hat gekotzt. Vorsicht nachher, nicht reinlaufen!
Und dann ist es soweit: der Wecker schrammelt um zehn vor sechs – und darf sich noch weitere neun Minuten auf das Wecken vorbereiten, denn ich will noch nicht.
Jetzt aber! Sechs Uhr! Aufstehen! Was sagt da die Tussi im Radio: Morgens noch heiter, aber bald bewölkt und im Laufe des Tages Regen.
Vielleicht sollte ich heute im Bett bleiben…..

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