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Schluckauf am Auge

Heut nacht bin ich aufgewacht, hab darüber nachgedacht, warum es mich erweckte. Doch anstatt der Schultern zuckte ich mit dem unteren Augenlid des linken Auges. Allerdings unbewusst, unaufhörlich und von mir in keinster Weise beeinflussbar.
Die Nacht ist in meinem Alter durchaus nur noch zum Schlafen da und so ignorierte ich das Pulsen meines Lidmuskels und schlummerte sanft und ungestört bis zum „bösen“ Erwachen an einem weiteren Montagmorgen lange vor Sonnenaufgang. Die Sonne war dann inzwischen aufgegangen, was den regnerischen mit Wolken verhangenen sogenannten Tag auch nicht viel heller machte.
Am PC schraubte ich mich in einer Übersetzung durch die winkeligen, krummen Sätze eines amerikanischen Schriftstellers, als es wieder losging. Es zupfte und flackerte – und irritierte mich doch sehr. Da ich inzwischen bei der zweiten Tasse Kaffee angelangt war, was das Analysieren des ungewohnten Zustands doch etwas erleichterte, kam ich recht bald auf die Idee, das Phänomen mal im Spiegel zu betrachten. Der sorgenvolle Blick hinter der Brille hinderte den entfesselten Musculus nicht am Zucken.
Toll, denke ich, ein außer Kontrolle geratener Tränensack! Ich bin nicht mehr Herr(in) meines Augenrings! Ein so wüster wie winziger Dämon knautscht mit meiner Wimpernleiste herum wie wenn ein Pferd eine Fliege von seiner Flanke vertreiben würde. Nur sieht das bei Pferden ungleich eleganter aus, als das was da jetzt so selbsttätig in meinem Gesicht vor sich hin krampft.
Eigentlich dachte ich nicht, dass es von außen doch so auffällig sein würde.
Wenn mir das jetzt in der Öffentlichkeit passiert und ich jemanden damit ansehe, so komme ich mit Sicherheit in den Verdacht, demjenigen auf obszöne Art und Weise zugezwinkert zu haben. Mitnichten, meine Lieben und keine Hoffnung (oder besser: Keine Angst) – das kommt hundertprozentig nicht von mir, das ist nur dem Eigenleben eines rebellischen Nervs zuzuschreiben.

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