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Deutschland den Deutschen?

regenbogen Was lange gärt wird endlich Wut, sagte man meinerzeit. Hier nun mein politischer Text, der mich seit Monaten umtreibt: Man kommt in diesen Tagen leider nicht umhin, sich durch unsägliche Kommentare und Meinungen von „besorgten Bürgern“ – oder schlimmer noch, von offen rechts denkenden Menschen lesen zu müssen. Sie fürchten um Kultur und Deutschtum, wenn hier so viele Fremde einreisen…. Ich kann darüber nur den Kopf schütteln, so lange, bis Nackensteife und Migräne einsetzen. Wissen denn diese Menschen nicht, was passiert, wenn eine „Rasse“ isoliert lebt? Genkopierfehler häufen sich, Degeneration setzt ein, Inzucht droht. Andererseits wäre das ja vielleicht eine Erklärung zu den merkwürdigen Angewohnheiten dieser Szene, sich den Schädel zu rasieren und grölend und die Realität negierend durch die lange Zeit isolierten Ostgebiete zu pöbeln und gegen Ausländer zu hetzen.

Auf Island haben Wissenschaftler das Erbgut vieler Menschen sequenziert und können deren Stammbäume teils Jahrhunderte zurückverfolgen. Wenn dort ein Paar heiraten will, testet es erst, ob es nicht zu eng verwandt ist. Nachgewiesen ist – und das ist der springende Punkt meiner Überlegungen, dass sich in der Isolation Islands Mutationen in den Genen der Bewohner bilden und diese Fehler vererbt werden.

Warum ist der Neandertaler ausgestorben? Weil sich die Umwelt änderte und er nichts Neues dazulernen wollte? Trifft das im selben Maße auf die Dumpfbacken im Osten und anderswo zu, wenn sie sich gegen Zuwanderung sperren? Komischerweise regen sich diejenigen am meisten auf, die am wenigsten Kontakt zu Menschen aus anderen Herkunftsländern haben. Leider kann man solchen Leuten nicht mit Logik und Fakten kommen, da diese als Lügen abgetan werden, wenn sie nicht ins eigene kleine Weltbild passen.
Herrje, wacht endlich auf, wir sind Menschen von einem Planten! Grenzen wurden schon immer von Menschen gemacht. Sollten wir erdgeschichtlich nicht langsam schon weiter sein, als primitivere Schimpansen, die mit Knüppeln ihre Reviergrenzen verteidigen, weil das Gebiet nur für ihre kleine Gruppe Nahrung hergibt? Unsere Ressourcen sind längst global verfügbar. Wenn auch einige mächtige Konzerne glauben, sie dürften ungestraft die Rechte daran erwerben und neuen Hunger herstellen, damit kurzfristig sie selbst mehr verdienen. Am Ende richten sie unseren Planeten damit zugrunde und wir verlieren dadurch alle alles. Die Zeichen für das gemachte Sterben des Planeten Erde sind deutlich. Aber das ist wieder eine andere komplexe Geschichte.

Ja genau, Geschichte. Wer aufmerksam den Geschichtsunterricht verfolgt hat, kann sicher nicht behaupten wollen, dass es so etwas wie ein Erbrecht auf Deutschsein gibt. Völkerwanderungen von Anbeginn der Menschheit haben die Rasse Mensch so richtig durcheinandergewirbelt. Alleine in den letzten 2000 Jahren hatten wir Germanen es mit Römern, Kelten, Goten und Wikingern zu tun. Völker wanderten hin und quer durch Europa, Handel und Kriege mit Asien brachten von dort nicht nur Erkenntnisse, Stoffe und Gewürze mit.
Außerdem sagt die Wissenschaft, dass wir alle ursprünglich aus Afrika kommen, wir sind schon von daher keine „reine“ Rasse. Dementsprechend sind hellhäutige Menschen tatsächlich nur Mutationen, also lediglich Anpassungen an das Klima ihrer neuen Wahlheimat im Norden.
Mein Fazit: Deutschtum in dieser Form ist totaler Braunkack. Grenzen sind überflüssig, weil wir doch alle Terraner sind. Wir Homo sapiens, wissende Menschen (sic) sollten endlich anfangen, vom nackten Affen zum Mensch zu werden – in dem wir endlich menschlich handeln.

Das sollte eigentlich der Satz am Ende meiner Überlegungen sein. Doch es gibt so viele Aspekte, die doch auch Beachtung finden müssten. Zum Beispiel die Bereicherung der lokalen Küche mit den Speisen, die vor Jahrzehnten mit den Gastarbeitern ins teutsche Land kamen. Der Wandel der Sprache, die in gebildeten Kreisen Latein hieß, in der Renaissance das Italienische verherrlichte, später in französischer Zunge parlierte und in der Neuzeit das Denglisch erfand, mit geringfügigen Beimengungen türkischer und russischer Herkunft.

Seit Wochen strömen Syrer und andere Ethnien ins Land, auf der Flucht vor Krieg, Hunger und Unmenschlichkeit. Besagte Kommentare aus dem rechten Lager haben dazu beigetragen, hier mal meine Meinung auszudrücken. Doch inzwischen ist etwas Unglaubliches passiert. Wer laut grölt, hat nicht Recht! Die bisher schweigende Mehrheit ist endlich aufgestanden. Nicht nur bei etlichen Demonstrationen gegen das braune Pack und für eine bunte Gesellschaft. Nein, unglaublich viele Bürger reden nicht lange, sie packen an und helfen, wo es nötig ist. Zum Beispiel hier in Uetze bei den Flüchtlingen, deren schneller Unterbringung und Versorgung, auch seitens der Bevölkerung, die sich zur Hilfe organisiert hat.

Da macht doch für die ein wenig Mut für die Zukunft. Und DAS ist ein besserer Schluss, finde ich, weil es gleichzeitig ein Anfang ist.

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