Platz Friedenseiche

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Der Platz an der Friedenseiche, Völkerschlacht-Denkmal

Alte Dorfstraße, Ecke An der Wasserstraße



A. Historie

Als 100 Jahre nach der Völkerschlacht bei Leipzig (16. bis 18.Oktober 1813, Sieg der vereinten Armeen der Deutschen, Russen, Preußen, Österreicher und Schweden gegen die Franzosen unter Napoleon) überall in Deutschland Mahnmale zum Gedenken aufgestellt wurden, pflanzte man auch in Dollbergen eine Eiche und stellte einen Findling auf (der stammt aus dem Moorteil von Fritz Reuscher).

Inschrift des Steins: 1813 – 1913

Der Name Friedenseiche lässt vergessen, dass damals, 1913, bereits die Vorbereitungen zum Ersten Weltkrieg (1914 bis 1918) liefen. Das Nationalgefühl der Deutschen sollte durch derartige Aktionen gestärkt werden.

In der Neuzeit wurde der Platz im Sommer 2007/2008 von freiwilligen Helfern des Arbeitskreises Dorfentwicklung in vielen Arbeitsstunden neu angelegt und umgestaltet.

B. Lage

Beinahe der höchste Punkt des Ortes, am Rand einer ehemaligen Klippe, mit Ausblick auf den alten Ortskern, den Kapellenberg mit der Kirche und die Fuhseniederung. Bei besonderen Wetterlagen kann sogar der entfernte (etwa 80km?) Harz gesehen werden.

C. Insekten

Durch die Ausrichtung nach Süden ist der Hang am Rand des Platzes die ideale Lage für wärmeliebende Insekten. Bei der Umgestaltung des Platzes im Frühjahr 2007 wurde entdeckt, dass sich dort Weidensandbienen, Grabwespen und andere Solitärinsekten, Brutgänge in die Erde graben. Besonders die Häufung des Vorkommens der Weiden-Sandbiene ²  (Andrena vaga) ist eine einmalige Attraktion inmitten des Dorfes. Die Sicherung der Brutkolonie wurde durch den Bau einer Trockensteinmauer ¹  (anstatt der eigentlich geplanten planen Stützwände) als Hangabschluss ermöglicht. Der Hang zwischen Mauer und Bepflanzung bietet sich als Sandarium den Sandbienen weiterhin als Brutgelände dar. Zusätzlich wird ein sogenanntes Insektenhotel ³  gebaut, womit mehreren anderen Insektenarten Unterschlupf und Nistmöglichkeit angeboten wird. Die Anlieger der umliegenden Gärten wird es freuen, denn viele der Arten vertilgen Schädlinge, wie Blattläuse, Fliegen oder Mücken. Als Ergänzung zur Nahrung sollte auch ein Bienengarten angelegt werden, Blütenpflanzen für die Nektarsammler. (Mauernischen bepflanzen, Steingarten, Hochstauden...)

¹ Trockensteinmauer

Sandflächen sollten weder umgegraben noch gedüngt oder bewässert werden. Lediglich aufkeimende Vegetation sollte hin und wieder ausgelichtet, d.h. über dem Boden abgeschnitten werden. Trockenmauern können auch für andere Tierarten (z.B. Spitzmäuse und Eidechsen) Lebensraum sein.

² Weiden-Sandbiene (Andrena vaga)

Vegetarier, lebt vom Pollen der Silberweiden (Salix) am Fuhse-Ufer. Aussehen: Schwarz mit weißgrauem Pelz, etwa 11 – 15 mm, Männchen deutlich kleiner und mit Schnurrbärtchen. Im zeitigen Frühjahr schlüpfen zuerst die Männchen. Nach der Paarung graben die Weibchen tiefe senkrechte Gänge (bis zu 50cm) in lockeren Boden, tragen Pollen und Nektar (Haare an den Hinterbeine) ein und legen jeweils ein Ei auf die Nahrungsklumpen in den verzweigten Brutröhren. Die Larven verpuppen sich im Herbst und überwintern.

Die Wespenbiene (Nomada lathburiana) ist der Kuckuck der Sandbiene, sie gräbt keine Gänge und lässt ihre Brut von den Bienen durchfüttern.

³ Insektenhotel

Verschiedene Materialien in einem Holzgestell bieten Unterschlupf und Brutmöglichkeiten für viele Insektenarten. Selbst hier auf dem Land haben es die Tierchen zumehmend schwerer, geeigneten Unterschlupf zu finden. So sind Hausflächen heute meist so versiegelt und einheimische Natur verarmt, dass Arten, die auf (morsches) Holz, Mauerritzen, Lehmwände oder trockene Stengel angewiesen sind, diese nur noch selten finden. Das Insektenhotel bietet somit einen schwachen Ersatz und wird von vielen Arten gerne angenommen.

Besiedlung für verschiedene Käfer, Bienen und Wespenarten, Florfliegen, Ohrenkneifer. Alle diese Arten sind für Menschen ungefährlich, das heißt, niemand braucht in Panik auszubrechen, nur weil hier der Name Wespe oder Biene zu lesen ist. Im Gegenteil, der Gartenfreund wird es wissen: diese Tiere sind Nützlinge!

Fotos

Im Fotoalbum sind die Fortschritte der Umgestaltung in Bildern festgehalten: Fotos Platz an der Friedenseiche.


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