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Casper-Premieren

Wir vermuten, aus chinesischer Produktion.

Wir vermuten, aus chinesischer Produktion.

9.5.2015, Samstag. Vieles, was ich mit Casper unternehme, passiert für ihn und mich zum ersten Mal. Er muss erst die Wege kennenlernen, die ich mit all meinen Hunden seit Jahren ablaufe – und ich muss bei ihm rausfinden, wie er in bestimmten Situationen „tickt“.
Gestern sind wir beide erstmalig Rad gefahren. Da der olle Knochen altersmäßig nicht mehr gut zu Fuß ist, hielt ich es für eine gute Idee, einen Hundekorb für den Lenker zu kaufen. Leider passte das Flechtwerk nicht an den selben. Zusätzlich bestellte ich daher einen Frontgepäckträger, an dem ich den störrischen Korb befestigen wollte. Den Träger bekam ich glücklich angebastelt, der Korb passte jedoch blöderweise auch dort nicht. Aber wozu gibt es schließlich Kabelbinder?

Klein Casper wurde ein-, zwei- dreimal reingesetzt, etwas im Hof bewegt und mit Leckerchen milde gestimmt. Die Unwucht und das Trägheitsverhalten mit der Last vorne ist nicht zu unterschätzen! Freitag war es dann soweit, unser erster gemeinsamer Ausflug auf zwei Rädern ging zum kleinen Moorweg. Dort durfte er dann laufen und schnuppern, während ich das Rad schob und dauernd die blöde Leine sortieren musste. Ist ja Leinenpflicht. An der Oelerser Kurve kam der Taschenwolf wieder in den gepolsterten Lenkerzwinger, das mitgebrachte Rinderhack in den Hund und dann ging es auf dem wunderbaren, neuen Radweg Richtung Heimat. Somit ist auch endlich mal wieder mein persönliches Bedürfnis nach körperlicher Fitness befriedigt. Denke mit Wehmut an meinen ersten Hund und die langen Ausflüge am Rad. Ging mit Heidi nicht, die hatte German Angst, Barry war Invalide und Sancho war nur im ersten Jahr noch wirklich fit genug dafür.

Endlich sitzt das Geschirr passend.

Endlich sitzt das Geschirr passend.

Da das Sicherheitsgeschirr zu Fuß unterwegs irgendwie immer ein Hundebein verlor, weil es unter dem Bauch zu tief hing, habe ich ein wenig am Objekt gebastelt. Nun passt der Hund hinein und es gibt keine Diskussionen mehr, ob ich das Bein zurückstecken darf oder nicht. Da ist der kleine Fusselwolf sehr eigen, auch das Hochnehmen gehört nicht zu seinen Lieblingsaktionen, duldet es aber bei mir, wenn ich es geschickt anstelle. Das ist das eigentlich Spannende, wenn man Tiere an sich bindet – herauszufinden, wie man sie am besten dazu bringt, etwas zu tun. Besonders, wenn die Alterstaubheit eine verbale Kommunikation verhindert.

Zu dem Plüschwolf Casper habe ich seltsamerweise nach kaum zwei Wochen mehr Bindung, als ich es in den zehn Jahren mit Heidi geschafft habe. So waren wir heute wieder draußen hinter der Brücke, den kurzen Weg, da ließ ich mal die Schleppleine fallen, um zu sehen, wie er reagiert. Und er folgt tatsächlich freudig auf meine Handzeichen hin. Ich wiederhole, wir kennen uns erst seit zwei Wochen und er ist durch mindestens zwei, drei Hände vor mir gegangen.

Vielleicht bin ich durch meine Hundeerfahrungen der letzten Jahre demütig und vor allem kundig geworden, doch der Casper ist ein reines Goldstück und macht es einem leicht. Ich weiß ja nicht, wie er in den Jahren vor mir gelebt hat, aber schlechte Erfahrungen hat er möglicherweise keine gemacht. Wir beide jedenfalls verstehen uns prima – auch ohne Worte.

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