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Brunnenvergifter

Die Früh-Kartoffel-Ernte ist im Gange. Die späteren Sorten, die zur Lagerung vorgesehen sind, beginnen jetzt zu blühen. Doch was manche Landwirte mit ihren Agrarprodukten anstellen, das grenzt schon an Körperverletzung der Verbraucher. Wie ist es sonst zu erklären, dass ein Spaziergang an einem Kartoffelacker entlang, bei dem das Kraut totgespritzt wurde (damit es nicht die Rodemaschine verstopft), heftiges Augentränen, Kopfschmerz und Atemnot verursacht? Was bewirkt eine solche Feldfrucht beim Verzehr?

Bei den Frühkartoffeln aus dem Mittelmeerraum, die jetzt ebenfalls in den Supermärkten liegen, hat man natürlich kaum die Praktiken der Feldbestellung vor Augen – bis auf den Irrsinn, Jahrtausende alte Tiefbrunnen für die Gemüseherstellung in Wüstengebieten zu nutzen – aber schmecken tun die Dinger mitnichten. Der einzige Begriff, der einem beim Kauen einfällt ist: Schweinekartoffeln! Obwohl die armen Tiere sich vermutlich weigern würden, solch einen Dreck zu fressen. Wir Verbraucher haben keine Wahl, wenn wir nicht die sündhaft teuren Luxus-Apothekenpreise der Biobauern zahlen können oder einen Garten unser Eigen nennen.

Landwirte sind die Groß-Ernährer der Menschheit geworden. Wo früher ein Bauer mit vielen Helfern einige Wenige mit seinem Land versorgen konnte, ist heute ein Landwirt mit einem gigantischen Maschinenpark in der Lage, mehrere Hundert Menschen zu ernähren. Getreidefeldern mit Mohn- und Kornblumen sind nur noch romantische Bilder der Vergangenheit. Chemie macht es möglich, dass die Ernte auf den Feldern nur das hergibt, was auch angepflanzt wurde..
Herbizide, Pestizide, Gentechnik, Monokultur heißt das Erfolgsrezept unserer Zeit. Auf der anderen Seite bleibt kaum noch ein Lebensmittel von Skandalen unerwähnt. Mit Glycol gepanschter Wein, Rinderwahn, Vogelgrippe… Die Gazetten der vergangenen Jahre listen die traurige Bilanz.

Tatsächlich ist die Herstellung von Nahrung zur Lebensmittel-Industrie verkommen. Ein winziger Fehler und die Auswirkungen sind epidemisch, wie es die kürzlichen Todesfälle rund um verseuchte Sprossen beweisen. Die Arroganz der Industrieländer, die ihren Wohlstandsüberschuss billig in der Dritten Welt verramscht und damit Existenzgrundlagen und Strukturen vernichtet, entspricht der Gier einzelner Unternehmer, nur zu eigenem größtmöglichen Vorteil zu handeln.

Auf der anderen Seite stehen beispielsweise hier in der Ostregion Hannovers die Landwirte mit dem Rücken zur Wand. Sie, die am Anfang der Nahrungskette agieren, sind manchmal kaum in der Lage einen Vollerwerbshof zu führen, ohne noch zusätzlich einen bezahlten Job zu haben. Für die mühsam erstellten Produkte wie Milch und Schweinefleisch, Kartoffeln und Getreide regelt der globale Markt die Gewinnspanne. Um konkurrenzfähig zu bleiben, haben die meisten Bauern kaum eine Wahl und bewegen sich notgedrungen in der Spirale von Dünger, Beregnung und Subventionen (das zielt auf die Maisfelder ab, die guten Boden für subventionierte Ölfrüchte wegnehmen).

Aber muss man deshalb jede Kasperei mitmachen und hochgiftiges Zeug auf die Felder – auf Lebensmittel – kippen? Was sagt das über uns alle aus, die wir das zulassen und gutheißen?!?

Kartoffelkraut in braun

Kartoffelkraut in braun

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